Dornes, Martin
CD: Macht der Kapitalismus depressiv?

Vortrag, DGPT – 64. Jahrestagung "unZEITGEMÄSSES", 27. bis 29. September 2013 in Berlin.

1 CD, 49 Min., Jewel-Box, ohne Cover.
Bestell-Nr 41487
ISBN 978-3-8302-9355-2
Gewicht 80 g
Preis 17,95 inkl. 19% MwSt
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In der Öffentlichkeit und auch in Fachkreisen ist die Auffassung weit verbreitet, die Entwicklung moderner Gesellschaften gehe mit einer Zunahme psychischer Erkrankungen einher. Im Gefolge der Studentenbewegung waren es noch narzißtische Störungen, die angeblich zunehmen sollten, heute sind es depressive Störungen.

Diese Feststellung wird mit einer Sozialkritik verbunden, derzufolge die Entwicklung vom keynesianischen Wohlfahrtsstaat zum neoliberalen Kapitalismus für diese Entwicklung mitverantwortlich ist. Insbesondere die Verschärfung des Konkurrenz- und Leistungsdrucks in Betrieb und Schule, die wachsende Ungleichheit der Einkommensverteilung sowie die allgemeine Beschleunigung des Lebenstempos sollen zu Veränderungen in der primären Sozialisation und in der Lebenswelt führen, die das gehäufte Auftreten von psychischen Erkrankungen, vor allem Depressionen, begünstigen. Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Auffassung soll im Vortrag gezeigt werden, dass weder psychische Störungen im allgemeinen noch Depressionen im besonderen in den letzten 30 Jahren zugenommen haben. Die weitgehende Konstanz psychischer Erkrankungen seit 1980 legt den Schluss nahe, dass die Erkrankungshäufigkeit weit weniger empfindlich auf soziale Veränderungen reagiert als gemeinhin angenommen. Einer Sozialkritik, die sich auf die Behauptung stützt, die Gesellschaft mache in zu nehmendem Maße psychisch krank, fehlt somit das Fundament.
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