Trauma kann als Störung der normalen Selbstregulation des menschlichen Organismus betrachtet werden, und in dieser Sicht als Extremfall von Stress. Die Selbstregulation des Organismus findet gleichzeitig auf der körperlichen Ebene und auch auf der psychologischen Ebene statt: sie ist verkörpert.
Störungen dieser Selbstregulation können deshalb auf beiden Ebenen wahrgenommen und oft auch behandelt werden. In der Körperpsychotherapie versuchen wir beides gleichzeitig zu tun. Dabei verstehen wir sowohl "Somatisierung" wie auch "Psychologisierung" als Ausdruck einer Zersplitterung der Erfahrung, die durch die Überwältigung der normalen psychophysiologischen Prozesse zustande kommt. Ich werde meinen theoretischen Hintergrund kurz darlegen und dann von konkreten Fallbeispielen erzählen, wo körperliche Symptome auf eine tiefe Traumatisierung des Organismus hingedeutet haben. Dabei werde ich besonderes Gewicht legen auf frühverwahrloste Klienten mit schwierigen Bindungsmustern.