Das Trauern selbst ist keine “Krankheit”, sondern ein natürlicher Vorgang, der neben großer Belastung auch positive Erfahrungen zulässt. In manchen Fällen ist es jedoch notwendig, Trauerreaktionen helfend zu begleiten oder Folgen eines menschlichen Verlustes therapeutisch zu behandeln. Das Thema Trauer ist stark von kulturellen Vorstellungen und weniger durch empirisch abgestütztes Wissen geprägt. Es besteht ein Bedarf an Information und Handlungswissen.
Da für komplizierte Trauer noch keine Diagnosemöglichkeit besteht, wird in der Vorlesung auf die Kriterien einer komplizierten Trauer eingegangen. Daraus lassen sich therapeutische Vorgehensweisen ableiten. Die vielen Facetten und Formen der menschlichen Trauer erlauben kein strikt manualisiertes therapeutisches Vorgehen. Komplizierte Verläufe von Verlustverarbeitung sind oft mit weiteren psychischen Störungen komorbid und entsprechend sollte eine differentielle Fallkonzeption jeder Therapie vorausgehen.