Bessel van der Kolk, der seit über dreissig Jahren in den Bereichen der Forschung und der klinischen Praxis an vorderster Front aktiv ist, zeigt, dass das Entsetzen und die Isolation im Zentrum eines jeden Traumas buchstäblich Gehirn und Körper verändern. Neue Erkenntnisse über die Überlebensinstinkte erklären, warum Traumatisierte von unvorstellbaren Ängsten, Taubheitsempfindungen und unerträglicher Wut heimgesucht werden und wie Traumata ihre Fähigkeit, sich zu konzentrieren, sich zu erinnern, Vertrauensbeziehungen aufzubauen und sich in ihrem eigenen Körper zu Hause zu fühlen, negativ beeinflussen. Weil sie oft das Gefühl haben, ihr Leben nicht selbst steuern zu können, und weil sie wegen erfolgloser Therapien frustriert sind, fürchten viele von ihnen, eine Heilung sei für sie unmöglich geworden.
Neue Wege zur Genesung aktivieren die natürliche Plastizität des Gehirns und nutzen sie, um gestörte Funktionen zu reorganisieren und die Fähigkeit, "zu wissen, was man weiss, und zu fühlen, was man fühlt", wiederherzustellen. Ausserdem erschließen sie Erlebnisse, die jenen Empfindungen der Hilflosigkeit und Unsichtbarkeit, die mit Traumata verbunden sind, unmittelbar entgegenwirken, und ermöglichen es so Erwachsenen wie Kindern, ihren Körper und ihr Leben zurückzuerobern.
Für vieles, das Darwin schon vermutet hatte, gibt es heute wissenschaftliche Belege, etwa, dass eine Emotion darauf abzielt, eine körperliche Bewegung in Gang zu setzen und das körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen.