Erleben Sie die Essenz der Arbeit von Jesper Juul im Gespräch mit Katharina Weiner.
Juul geht auf die in seiner Arbeit entwickelten Werte ein und zeigt, wie eine Beziehung fruchtbar verlaufen kann, wenn Eltern/Lehrer es schaffen, gleichwürdig mit dem Kind umzugehen.
Kinder glauben dem, was die Eltern tun und nicht dem, was sie sagen! Stimmt deren Verhalten nicht mit ihren Wertvorstellungen überein, sind die Kinder verwirrt und verlieren Vertrauen. Respektiert man die Grenzen des Kindes, dann wird auch das Kind die Grenze der Eltern respektieren. Dies wirkt sich auch auf die Beziehungsqualität zwischen Eltern und Kindern aus.
Es gilt für Eltern wie für das Kind herauszufinden, was man mag und nicht mag, zu erfahren, wer beide sind, und wie gut miteinander umgegangen werden kann. Dabei übernehmen die Eltern die Führung und leiten das Kind. Die Entwicklung verläuft von Gleichwürdigkeit hin zu Eigenverantwortung und Integrität.
In "Erziehen? Eine Frage des Respekts" bringt Juul für viele Eltern und Erzieher eine hoffnungsvolle Perspektive in die moderne Pädagogik. Juul betont die Ressourcen der Eltern-Kind-Beziehung. Der häufig selbstquälerischen Suche nach Schuld setzt Juul einen gelassenen Optimismus entgegen, wenn er betont: "Erlebnisse machen Eindruck - wie Eltern miteinander umgehen, mit dem Kind, aber auch mit den Nachbarn, mit ihren eigenen Eltern, wie sie essen, wie sie einander lieben."
Auf die Frage nach den Werten, die Beziehungen stark und tragfähig machen, antwortet Juul: "Es sind Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität, Verantwortung. Diese Werte vorzuleben - was schwierig genug ist - ist die wirkungsvollste Erziehung. Und dabei zu wissen und zu akzeptieren, dass man nicht perfekt sein kann."