Somatoforme Schmerzen oder andere merkwürdige Körperempfindungen sind häufig Ausdruck unverarbeiteter traumatischer Lebenserfahrungen und können als somatoforme Ego-States betrachtet werden. In vielen Fällen werden die traumatischen Ereignisse nicht mehr erinnert, sind verdrängt oder dissoziiert. Behandlungen, die nicht die tieferliegenden sog. "verborgenen Ego-States" einbeziehen, bleiben symptomorientiert. Wenn typische Körperempfindungen oder –zustände achtsam erforscht werden, ergeben sich oft vielschichtige Erinnerungen an ressourcenvolle oder schmerzhafte Erfahrungen, die mit dem Ego-State-Ansatz gut therapeutisch genutzt werden können. Neurophysiologische Modelle untermauern dieses Vorgehen.
Ziele/Lernziele:
- Im Workshop zeigen wir die Verbindung zweier Vorgehensweisen: Ressourcenvolle und traumatische sensomotorische Erfahrungen werden verknüpft und von unten nach oben ("bottom-up") einer Verarbeitung auf einer höheren Ebene zugänglich gemacht. Über parallel laufende "top-down"-Prozesse wird die für traumatisierte Menschen notwendige kortikale Kontrolle, aber auch der sonst vermiedene Kontakt zu ängstigenden Emotionen ermöglicht. Dieses doppelte innere Pendeln bringt letztlich Integration und Heilung.
- Anhand ausgewählter Fallbeispiele, Live-Demonstrationen und Kleingruppenarbeit können die TeilnehmerInnen lernen, wie das Verstehen und Erfassen des körperlichen Ausdrucks für die weitere Ego-State-Arbeit genutzt werden kann.