In der gegenwärtigen Arbeits- und Beziehungskultur fühlen sich immer mehr Menschen genötigt, sich lang andauernd bis auf das Äußerste zu fordern und leiden unter den Folgen von chronischem Stress. Gesellschaftliche Entwicklungen haben u. a. Phänomene wie Arbeitsverdichtung, Entgrenzung, Kontrollverlust in Bezug auf die eigenen Lebensbedingungen, Konkurrenzdruck sowie den Verlust von Sinn- und sozialen Zusammenhängen mit sich gebracht. Ein erhöhtes Risiko, einen Burnout zu entwickeln, haben dabei bei weitem nicht nur Menschen in den (ursprünglich für am meisten gefährdet gehaltenen) helfenden Berufen, sondern auch in zahlreichen anderen Tätigkeitsfeldern. Unter den veränderten Bedingungen ist die Entwicklung persönlicher Kompetenzen wie z. B. Autonomie, Fähigkeit zur Sinn- und Zielfindung, Stresskompetenz, Bewusstsein eigener Fähigkeiten usw. von besonderer Bedeutung.
Entscheidend für eine gelingende Prophylaxe und Therapie scheint dabei die Frage, ob neben der Veränderung äußerer Bedingungen und bewusst zugänglicher Denkmuster auch eine Veränderung tief verinnerlichter (und oftmals nicht bewusster) Überzeugungen, Lebenspläne und damit korrespondierender "Identitäten" möglich wird. Denn erst dadurch wird der Boden bereitet für eine wirklich stabile Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Hypnotherapeutische und symbolische Zugänge können dabei wichtige Beiträge leisten: sowohl bei der Bewusstwerdung der lebensgeschichtlichen Erfahrungen, die zur Ausbildung des "heimlichen Drehbuchs des Ausbrennens" führen, wie auch bei deren Korrektur (Aufbau alternativer innerer Symbolisierungen). Dabei beinhaltet die Arbeit mit Burnout-Betroffenen zugleich die Einladung an den Therapeuten, sich mit Aspekten der eigenen Selbstfürsorge zu beschäftigen.
Lernziele:
Kennenlernen eines mehrschrittigen Therapiekonzeptes bei Burnout (Musterunterbrechung, Ressourcenaktivierung, Erforschung des "heimlichen Drehbuchs" durch lebensgeschichtliche Arbeit, Korrektur tiefsitzender Überzeugungen, Transfer).
Inhaltlicher Ablauf: Präsentation zu Umfang und Bedeutung des Burnout-Syndroms, Phasen der Burnout-Entwicklung, strukturellen und individuellen Verursachungszusammenhängen; Ansätze für Prävention und Therapie; praktische Übungen.
Didaktische Mittel: Vortrag, Fallvignetten, Übungen in Kleingruppen, Selbsterfahrung in der Gruppentrance.