Auf den ersten Blick scheint die Zielperspektive in der Sexualtherapie eindeutig: Die Klienten wollen zu einer funktionell und emotional befriedigenden aktiven Sexualität kommen. Aber diesem Ziel stehen nicht nur "klassische" Hindernisse wie Versagensangst, Scham oder Unsicherheit entgegen. Oft sind die Ziele selbst ambivalent, weil im sexuellen Begehren sowohl sozial akzeptierte wie "politisch inkorrekte" Elemente aktiv sind. So können Wünsche nach Gegenseitigkeit (Zärtlichkeit, Nähe, Intimität) einer latenten oder manifesten Faszination für Unterwerfung, Abhängigkeit, Instrumentalisierung widersprechen. Daraus ergeben sich konflikthafte Auftragslagen, aber auch lähmende Therapieverläufe.