Die gestalttherapeutisch formulierten Veränderungsprozesse (Perls, Staemmler/Bock, Frambach, etc.) und die Heilungs- bzw. Transformationspraktiken indigener Gesellschaften ähneln sich strukturell in frappierender Weise. (vgl. Klöckner: Übergangsphasen. Zur Kulturanthropologie gestalttherapeutischer Prozessmodelle, In: GESTALTTHERAPIE, 2001, 2, 18-40) Diese Verwandtschaft zwischen altem Wissen und dem modernen Ansatz der Gestalttherapie hat mich von Anfang an fasziniert. Ebenso fasziniert bin ich allerdings auch von der Tatsache, dass dieser Zusammenhang im Kontext der Gestalttherapie so gut wie unbekannt ist.
Der Referent erarbeitet in seinem Vortrag daher die angesprochene Ähnlichkeit zwischen den gestalttherapeutischen Vorstellungen und der kulturanthropologischen Perspektive differenziert heraus, insbesondere (a) die Bedeutung des Engpasses bzw. der Übergangskrise und (b) die Konsequenzen, die sich aus der pragmatischen Logik von Übergangsritualen für die gestalttherapeutische Praxis zusätzlich ergeben.