Der Begegnungsraum umfasst den physischen Raum, den zeitlichen Raum, aber auch den gesellschaftlichen Raum zwischen der Therapeutin und dem Klienten und impliziert die in der Beziehung zwischen Therapeutin und Klient bereitliegenden und entstehenden Möglichkeiten zur Begegnung, zur Entwicklung und zur Veränderung: Beobachtbare körperliche Phänomene, bewusste und nicht-bewusste Vorgänge bei Therapeutin und Klient und von außen wirkende Einflüsse. Die Therapeutin und der Klient sind Beobachtende und Teilnehmende und kreative MitSchöpfer des sich entwickelnden Geschehens.
Ein "gut aufgespannter" Begegnungsraum, bildet die Grundlage therapeutischen Wirkens gerade auch bei der Trauma-Behandlung: Er erhöht das gegenseitige Vertrauen in die Behandlung und trägt wesentlich zu einem guten Therapieergebnis bei.
Einige Komponenten des Begegnungsraums werden skizziert: Beziehungen als Basis und Ausdruck schöpferischer Prozesse; Resonanz und Reziprozität, implizites Wissen, Verlangsamung und Pausen, Hindernisse als Lernerfahrung.
An einem Beispiel zum Schluss erläutere ich, wie ich zusammen mit einer Klientin, deren Persönlichkeit durch Trauma und rituelle Gewalt dissoziativ organisiert ist, diese Methoden verbunden habe und wie sich ein Anteil im Innensystem verändert hat, so dass der Grad der Integration anschließend höher war und das Alltagsleben dadurch ruhiger wurde.