Die wissenschaftliche und philosophische Erforschung des Bewusstseins konzentrierte sich bisher weitestgehend auf die Suche nach einem Kriterium, das einzelne bewusste Vorstellungen, etwa die visuelle Wahrnehmung einer roten Tomate oder der Geruch von Schwefel, von unbewussten Vorstellungen unterscheidet. Bis vor kurzem wurde daher die phänomenale Einheit als wesentliches Merkmal unserer bewussten Erfahrung vernachlässigt.
Unser bewusstes Erleben ist jedoch einheitlich in dem Sinne, dass uns Vorstellungen nicht isoliert voneinander und nacheinander bewusst werden, sondern sich immer schon als Elemente einer einzigen globalen Vorstellung darbieten. Zudem erleben wir uns selbst dabei als einzelnes, identisches Subjekt angesichts eines in ständigem Wandel befindlichen Bewusstseinsstroms. Des Weiteren setzt das Haben eines einzelnen Wahrnehmungserlebnisses ein Hintergrundbewusstsein voraus: ob Sie wach sind, ins Koma gefallen oder hypnotisiert sind, oder ob Sie sich in einem andersartig veränderten oder außergewöhnlichen Bewusstseinszustand befinden, spielt eine entscheidende Rolle für die Menge bewusster inhaltlicher Vorstellungen, die sie haben können. Diese Aspekte des Bewusstseins stellen Bedingungen sowohl an philosophische Theorien des Bewusstseins als auch an die methodische Herangehensweise bei der Erforschung der neuronalen Grundlagen des Bewusstseins.
Hier soll daher ein explanatorischer Rahmen vorgestellt werden, der es erlaubt, diese unterschiedlichen Aspekte des Bewusstseins bei der Suche nach den neuronalen Korrelaten angemessen zu berücksichtigen.