Schmidt-Salomon, Michael
DVD: Nächstenliebe und Fernstenhass
Lässt sich der moralische Dualismus überwinden?

Vortrag, Symposium turmdersinne "Gehirne zwischen Liebe und Krieg" - Menschlichkeit im Zeitalter der Neurowissenschaften, 09. bis 11. Oktober 2015 in Fürth.

1 DVD, 36 Min., Jewel-Box, ohne Cover.
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Die Evolution hat uns Menschen zu geborenen Teamplayern gemacht. Wir sind wie kein anderes Lebewesen in der Lage, uns in andere hineinzuversetzen, uns an ihrer Freude zu erfreuen und an ihrem Leid mitzuleiden. Doch trotz dieses großen Empathievermögens gilt Homo sapiens nicht unbedingt als die friedvollste Spezies auf Erden. Offenkundig stehen Empathie und Grausamkeit nicht notwendigerweise im Gegensatz zueinander.

Tatsächlich lässt sich nachweisen, dass unser stark ausgeprägtes Mitgefühl mit dem Nächsten den Hass auf den Fernsten sogar verstärken kann. Kulturvergleichende Studien zeigen: Je empathischer und altruistischer Gruppen nach innen hin strukturiert sind, desto feindseliger treten sie in der Regel nach außen auf. Dieser sogenannte "moralische Dualismus" äußert sich auch darin, dass Mitglieder fremder Gruppen in den allermeisten Kulturen sehr viel schlechter behandelt werden als die Mitglieder der eigenen Gruppe.
Doch sind wir diesem "moralischen Dualismus" auf Gedeih und Verderb ausgeliefert? Oder dürfen wir auf einen "ethischen Monismus" hoffen, der derartige Diskriminierungen überwindet?

Der Vortrag wird zeigen, dass die Chance auf eine Welt, in der das ethische "Prinzip der gleichen Berücksichtigung gleicher Interessen" beachtet wird, heute größer ist als je zuvor - trotz der vielen niederschmetternden Nachrichten, die uns fast täglich erreichen und unseren Glauben an die Entwicklungsfähigkeit der Menschheit immer wieder aufs Neue erschüttern mögen.
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